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Verschiedene Arten von Hormontests – warum?
Hormone unterscheiden sich sehr in ihrer Funktion, Struktur und Größe. Daher sollten nicht alle Hormone mit den gleichen Messverfahren oder Messtechniken gemessen werden. Grundlegende Unterschiede gibt es beim eingesetzten Probenmaterial: Blutplasma, Blutserum, Speichel und Urin. Jedes Verfahren hat Vor- und Nachteile, je nach Fragestellung gilt es zu differenzieren, welcher Test zielführend ist. Üblich ist der Einsatz von Blutserum oder Speichel als Probenmaterial:
Bluttest (Blutserum)
- großes Hormonspektrum messbar
- Probenentnahme nur in Praxen/medizinischen Einrichtungen
- Probenmaterial instabil, muss umgehend gekühlt werden
- Durchführung ist mit Testautomaten möglich
- inaktive und aktive Hormone werden undifferenziert in einem Wert erfasst
- mehrmalige Blutabnahme mit geringem zeitlichen Abstand nur schwer umsetzbar
- Pflanzliche Hormonimpulse/behutsame Dosierungen kaum/nicht erkennbar
- für Hormonstudien teilweise ungeeignet
- Kosten werden von den meisten Krankenkassen übernommen.
Speicheltest
- nur Hormone mit kleiner Molekülstruktur messbar
- Probenentnahme zu Hause
- Probenmaterial mehrere Wochen ungekühlt stabil
- Durchführung schmerzfrei
- ausschließlich Messung der freien, aktiven Hormone
- Hormonbereiche, die bestimmter Rhythmik folgen, sichtbar (z.B. in der Schwangerschaft, beim Cortisol-Tagesprofil, beim weiblichen Zyklus)
- auch niedrig dosierte Hormonanwendungen sichtbar
- Unterdrückungseigenschaft körperfremder Hormonarten auf die körpereigenen Hormone gut erkennbar
- Hormonimpulse über Nahrungsmittel im Speicheltest nachweisbar (z. B. Schokolade, Eier, Milch, manche Nüsse oder Öle)
- Test bestens geeignet für Studien und Anwendungskontrollen
- nicht alle Praxen haben Erfahrung mit der Testdurchführung
- Kosten werden nicht von allen Krankenkassen übernommen
Das optimale Testverfahren wird im Einzelfall ausgewählt. Für die Messung der aktiven, „freien“ Steroidhormone wird in den meisten Fällen wegen der Aussagekraft der Speicheltest bevorzugt. Die Zusammenarbeit erfolgt mit einem Speziallabor für Speicheltestung (CENSA – Centrum für Speichelanalyse), dass auf eine langjährige Erfahrung mit Forschung in der Durchführung und Auswertung von Speichelhormontests zurückblickt.